Das Harzer Rote Höhenvieh

Ein Stück Harzer Tradition

Sie sind groß und robust. Schon von weitem kann man sie hören. Und sie sind nicht zu übersehen, auf den grünen Wiesen und Weiden des Harzes: Das Rote Höhenvieh.

Es ist eine alte deutsche Haustierrasse, welche die kleinbäuerliche Kulturlandschaft in den Mittelgebirgen prägte. Die Tiere waren Dreinutzungsrinder. Sie mussten nicht nur gut Milch und Fleisch geben, sondern wurden auch für die Feldarbeit angespannt.

Im Harz waren die Menschen besonders arm, darum hatten die Harzkühe einen sehr großen Stellenwert in der Region – sie sicherten das Überleben ihrer Besitzer.

Die Tiere wurden morgens aus dem Stall auf die Strasse gelassen und von dort nahm der Kuhhirte alle Rinder mit auf die Waldweide. Mitunter mussten die Tiere bis zu 20 km am Tag laufen, um ihren Futterbedarf zu decken. Abends fand dann jede Kuh wieder in ihren Stall, wo sie gemolken wurde. Trotz des sehr kargen Futters im Oberharz hatten die Harzkühe eine gute Milch- und Fleischleistung. Jedoch konnten sie dem wachsenden Leistungsdruck der Intensivierung nicht standhalten und wurden damit fast ausgerottet.

Dank engagierter Züchter gibt es heute wieder 600 Mutterkühe der Rasse Rotes Höhenvieh. Sie werden hauptsächlich zur Landschaftspflege eingesetzt, da sie mit den Kräuterwiesen und dem rauen Oberharzer Klima hervorragend zurecht kommen.

Was zeichnet eine Harzkuh aus?

  • die Rinder sind einfarbig rotbraun, von mittlerer Größe
  • das Kuhnase ist hell bis rosafarben
  • die Hörner sind hell mit schwarzer Spitze
  • die sogenannte Wamme reicht tief zum Boden
  • die Schwanzquaste ist hell bis weiß
  • die Klauen sind hart und dunkel
  • leicht kalbend und sehr mütterlich
  • genügsam, eher anspruchslos und sehr widerstandsfähig
  • ausgesprochene Langlebigkeit